Umwidmung Libenauer Gründe
Der gestern im Gemeinderat einstimmig gefasste Beschluss bezüglich der Umwidmungseinleitung eines großen Grundstückes entlang der Libenauerstraße in Bauland, ist ein wichtiger Schritt hin zu leistbarem Wohnraum in Lichtenberg.
Gerade für junge Familien, Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen, die in der Gemeinde aufgewachsen sind und ihren Lebensmittelpunkt hier behalten möchten, wird es immer schwieriger, geeigneten und leistbaren Wohnraum zu finden.
Die Widmung „Sozialer Wohnbau“ schafft die Voraussetzung dafür, dass gemeinnützige Wohnbauträger Wohnungen errichten können, die dauerhaft leistbar bleiben und gleichzeitig höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. Dabei handelt es sich keineswegs um „billige Wohnungen“, sondern um modernen, energieeffizienten und hochwertigen Wohnraum mit durchdachten Grundrissen, zeitgemäßer Ausstattung und nachhaltigen Heizsystemen.
Gemeinnützige Wohnbauvereinigungen arbeiten nach dem Kostendeckungsprinzip und nicht gewinnorientiert. Dadurch können Wohnkosten langfristig stabil gehalten werden, ohne dass bei Bauqualität, Wohnkomfort oder Nachhaltigkeit Abstriche gemacht werden müssen. Gerade für eine Gemeinde wie Lichtenberg ist dies ein wesentlicher Beitrag, um die soziale Durchmischung zu erhalten und ein Abwandern junger Menschen nach Linz zu verhindern.
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass geförderte Wohnungen jedem offenstehen. Tatsächlich gelten für die Vergabe klare gesetzliche Voraussetzungen. Wer eine geförderte Wohnung in Oberösterreich beziehen möchte, muss unter anderem:
• die Wohnung als Hauptwohnsitz nutzen,
• ein dringendes Wohnbedürfnis nachweisen,
• die geltenden Einkommensgrenzen einhalten,
• die gesetzlichen Voraussetzungen hinsichtlich Aufenthaltsstatus bzw. Staatsbürgerschaft erfüllen.
Diese Regelungen stellen sicher, dass geförderter Wohnraum jenen Menschen zugutekommt, die auf leistbares Wohnen angewiesen sind. Gleichzeitig wird verhindert, dass öffentliche Fördermittel in spekulative Wohnprojekte fließen.
Für Lichtenberg bietet die Widmung von Flächen für den gemeinnützigen Wohnbau daher eine große Chance: Sie schafft Perspektiven für junge Familien, ermöglicht älteren Menschen ein selbstständiges Wohnen in ihrer Heimatgemeinde (geförderte Wohnungen müssen barrierefrei errichtet werden) und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer in Lichtenberg lebt, arbeitet oder seine Zukunft hier sieht, soll auch künftig die Möglichkeit haben, eine hochwertige und leistbare Wohnung in seiner Heimatgemeinde zu finden.
Bei nahezu jedem Wohnbauprojekt werden Bedenken hinsichtlich zusätzlicher Belastungen für die Gemeinde geäußert. Dazu zählen insbesondere ein möglicher Anstieg des Individualverkehrs, zusätzliche Infrastrukturkosten oder Veränderungen des Ortsbildes. Diese Punkte verdienen eine sachliche Betrachtung.
Ein häufig genannter Kritikpunkt ist die Zunahme des Individualverkehrs. Tatsächlich entstehen durch neue Wohnungen zusätzliche Fahrbewegungen. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass viele der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner bereits heute in Lichtenberg leben oder einen engen Bezug zur Gemeinde haben.
Gemeinnütziger Wohnbau ermöglicht es jungen Menschen, in ihrer Heimatgemeinde zu bleiben, und älteren Menschen, innerhalb der Gemeinde in eine altersgerechte Wohnung umzuziehen. Dadurch können bestehende soziale Strukturen erhalten und zusätzliche Verkehrsströme begrenzt werden.
Wohnbauprojekte tragen dazu bei, bestehende Infrastruktur besser auszulasten. Schulen, Kindergärten, Vereine, Nahversorger und öffentliche Einrichtungen profitieren von einer stabilen Bevölkerungsentwicklung. Gemeinden, die keine Wohnmöglichkeiten für junge Familien schaffen, sehen sich langfristig oft mit sinkenden Einwohnerzahlen und einer geringeren Auslastung ihrer Infrastruktur konfrontiert.
Moderne gemeinnützige Wohnanlagen unterscheiden sich deutlich von den oft zitierten Großsiedlungen vergangener Jahrzehnte. Die Projekte werden heute sorgfältig geplant, in die bestehende Umgebung eingebunden und mit Grünflächen, Freiräumen sowie hoher architektonischer Qualität umgesetzt. Ziel ist es, Wohnraum zu schaffen, der das Ortsbild ergänzt und zur Lebensqualität beiträgt.
Die SPÖ Lichtenberg hat sich für die Widmung „Sozialer Wohnbau“ eingesetzt, um leistbares Wohnen in unserer Gemeinde zu fördern und sicherzustellen. Im Laufe der nächsten Planungsschritte wird es die Möglichkeit geben, Bedenken zu äußern und Anregungen abzugeben. Am 10. August ist seitens der Gemeinde ein Informationsabend geplant, der einen konstruktiven Austausch ermöglichen soll.